Menschen · Suchtgefahr

Glücksspiel

Ein Zeichen aus dem Bereich Menschen, Kategorie Suchtgefahr.

Glücksspiel

Wissenswertes über Glücksspiel

Beim Glücksspiel handelt es sich um eine stoffungebundene Verhaltenssucht mit zwanghaftem Drang zu spielen trotz negativer Folgen wie Schulden, Jobverlust oder Zerstörung von Beziehungen.

Die krankmachende Spielsucht ist ein langsamer, in drei Phasen gegliederter Prozess über mehrere Jahre hinweg. Der Betroffene schämt sich für sein Spielen und fühlt sich charakterschwach. Er hat das Gefühl, andere enttäuscht zu haben und möchte dies wieder gutmachen. Er spielt trotz Verluste weiter. Mit der Zeit verliert der Betroffene die Kontrolle über sein Verhalten.

Mit Start des Spielens befindet sich der Betroffene in einem positiven Anfangsstadium. Er spielt gelegentlich aus Nervenkitzel. Der Alltag wird kurz vergessen. Die Aufregung vor dem neuen Spiel und das zum Start ausgeschüttete Glückshormon Dopamin erzeugen bei ihm ein positives Gefühl. Euphorie und Machtgefühle werden durch Gewinne ausgelöst und verführen dazu, weiterzuspielen.

Das zweite Stadium wird als Gewöhnungsstadium bezeichnet. Das Spielen liefert eine regelmäßige Ablenkung vom Alltag. Das Glück wird herausgefordert. Der Betroffene möchte die damit realisierten Verluste herein spielen. Der Drang zum Weiterspielen verbunden mit einer Vernachlässigung von Alltagstätigkeiten nimmt zu. Die Kontrolle über das Spielen geht langsam verloren. Magisches Denken setzt ein. Der Spieler macht sein Verhalten verantwortlich für den Erfolg. Er vergisst, dass Glücksspiele vom Zufall abhängen. Aus dem Gelegenheitsspieler wird ein regelmässiger Glücksspieler, dessen Selbstbewusstsein vom Gewinn abhängt. Das Spielen wird das Wichtigste im Alltag und steuert seine Gefühle und Gedanken. Der Betroffene wendet sich von vertrauten Personen ab und verheimlicht sein Spielen. Er verstrickt sich in Lügen und leugnet die Sucht. Er setzt damit seine Lebensgrundlage aufs Spiel.

Im dritten Stadium, Suchtstadium genannt, spielt der Betroffene aus Verzweiflung. Es gibt keine rationalen Grenzen mehr. Jobverlust und Verlust sozialer Kontakte gehören zum Alltag. Das ganze Hab und Gut wird verspielt. Er hat keine Kontrolle mehr über sein Verhalten und fühlt sich fremdgesteuert. Mögliche Gewinne werden als einziger Ausweg gesehen. Dies alles führt zu einem Teufelskreis. Schwitzen und zittrige Hände setzen als körperliche Reaktionen ein. Stress- und Angstzustände nehmen zu. Die Selbstverachtung steigt bedrohlich. Konzentrationsprobleme, Schlafschwierigkeiten und Antriebslosigkeit, sowie Schuldgefühle bis hin zu Depressionen und Selbstmordgedanken sind mögliche Folgen.

Hinter Spielsucht kann die Suche nach Anerkennung, Dazugehörigkeit, Leichtigkeit und die Suche nach sich selbst stecken. Traumatische Kindheitserlebnisse, familiäre Konflikte, schwierige Beziehung zum Vater oder ein geringes Selbstwertgefühl werden zudem als Ursache genannt.

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